Häufige Fragen
Antworten auf die Fragen, die ich täglich höre
Rund um Verordnung und Zuzahlung, rund ums Training und rund um den Ablauf in meiner Praxis in Hamburg-Ottensen. Wenn Deine Frage hier nicht dabei ist: ruf mich einfach an.
Verordnung & Organisatorisches
Wie komme ich an eine Verordnung? Wer stellt sie aus?
Physiotherapie ist in Deutschland verordnungspflichtig: Du brauchst ein Rezept aus einer ärztlichen Praxis. Ausstellen darf es grundsätzlich jede Praxis mit Kassenzulassung — in der Praxis sind das meist die Hausarztpraxis oder die Orthopädie.
Für den Einstieg ist die Hausarztpraxis fast immer der schnellere Weg. Sie kennt Deine Vorgeschichte, und die Wartezeit auf einen Termin ist kürzer als in der Orthopädie. Bei komplexeren Bildern — nach Operationen, bei unklaren Befunden oder wenn bildgebende Diagnostik nötig ist — führt der Weg über die Fachrichtung: Orthopädie, Chirurgie oder eine Praxis für Physikalische und Rehabilitative Medizin.
Ein Sonderfall sind Kiefergelenksbeschwerden: Bei CMD verordnet die Zahnärzt*in. Dafür gibt es eine eigene zahnärztliche Heilmittelverordnung.
Nach Operationen bekommst Du die erste Verordnung in der Regel direkt aus dem Krankenhaus mit. Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall läuft es anders — dann ist der Durchgangsarzt zuständig, siehe Behandlung über die Berufsgenossenschaft.
Du musst nicht wissen, welche Behandlung genau nötig ist. Das ergibt sich aus der Diagnose. Beschreibe einfach, was Dich einschränkt und seit wann.
Was muss auf der Verordnung stehen?
Damit ich behandeln kann, müssen einige Angaben vollständig sein. Am wichtigsten:
- Diagnose und Diagnosegruppe — die Diagnosegruppe steuert, welche Heilmittel und wie viele Einheiten möglich sind.
- Heilmittel — also die Behandlungsart, zum Beispiel Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Manuelle Lymphdrainage.
- Anzahl der Einheiten
- Behandlungsfrequenz — meist als Spanne, etwa „1–2× wöchentlich".
- Ausstellungsdatum, Praxisstempel und Unterschrift
Fehlt etwas oder ist etwas unleserlich, kann das die Abrechnung blockieren. Kleinere Formfehler lassen sich meist unkompliziert von der ausstellenden Praxis korrigieren.
Du musst damit nicht bis zum Termin warten. Lade die Verordnung gern vorab bei der Buchung über Doctolib hoch oder schick mir ein Foto per WhatsApp. Dann prüfe ich sie vorher, und falls etwas fehlt, kannst Du es klären, bevor Du herkommst.
Die Praxis sagt, ihr Budget sei ausgeschöpft — was nun?
Diese Aussage hört man oft, und sie beruht meist auf einem Missverständnis. Ein festes Budget, das einfach „leer" ist, gibt es in dieser Form nicht. Ärztliche Praxen unterliegen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung — sie müssen begründen können, warum sie verordnen. Das ist etwas anderes als ein Kontingent.
Wichtig ist der besondere Verordnungsbedarf und der langfristige Heilmittelbedarf. Für bestimmte, in einer bundesweiten Diagnoseliste festgehaltene Krankheitsbilder gilt: Diese Verordnungen belasten die Wirtschaftlichkeitsprüfung der Praxis nicht. Die Liste umfasst unter anderem schwere neurologische Erkrankungen, Zustände nach größeren Operationen und bestimmte dauerhafte Funktionsstörungen.
Wenn Deine Diagnose darunter fällt, ist das ein sachliches Argument — sprich die Praxis freundlich darauf an. Bei langfristigem Heilmittelbedarf kann zusätzlich ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden, die den Bedarf dann für einen längeren Zeitraum genehmigt.
Und der wichtigste Punkt: In Deutschland gilt die freie Arztwahl. Du darfst jederzeit eine andere Praxis aufsuchen — auch nur für die Verordnung. Das Verordnungsvolumen wird je Fachgruppe berechnet, und es fällt sehr unterschiedlich aus. Grob von viel zu wenig Spielraum:
- Physikalische und Rehabilitative Medizin — mit Abstand der größte Spielraum, Heilmittel sind hier das Kerngeschäft
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Chirurgie
- Hausärztliche Praxen (Allgemeinmedizin, hausärztliche Innere Medizin)
- Zahnärztliche Praxen — bei CMD. Sie rechnen über eine eigene zahnärztliche Heilmittelverordnung ab, ganz getrennt vom ärztlichen Bereich
Was kostet die Zuzahlung, wer ist befreit?
Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen bei Heilmitteln eine gesetzliche Zuzahlung. Sie besteht aus zwei Teilen: 10 Prozent der Behandlungskosten plus 10 Euro je Verordnung.
Ein häufiges Missverständnis: Die Zuzahlung ist kein zusätzliches Honorar. Ich ziehe sie im Auftrag der Krankenkasse bei Dir ein — sie bleibt zwar bei mir, wird aber von der Kasse mit meiner Abrechnung verrechnet. Unterm Strich zahlt die Kasse also entsprechend weniger. Für mich macht es keinen Unterschied, ob Du zuzahlungspflichtig bist oder nicht.
Befreit sind:
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
- alle, die von ihrer Krankenkasse einen Befreiungsausweis erhalten haben
- Behandlungen zulasten der Berufsgenossenschaft nach einem Arbeits- oder Wegeunfall
Der Befreiungsausweis lohnt sich, sobald die eigenen Zuzahlungen im Kalenderjahr eine Belastungsgrenze überschreiten — sie liegt bei einem kleinen Prozentsatz der jährlichen Bruttoeinnahmen und ist für chronisch Kranke niedriger. Sammle Deine Quittungen und reiche sie bei Deiner Kasse ein; die Befreiung gilt dann für den Rest des Jahres.
Wenn Du bereits befreit bist, bring den Ausweis bitte zum ersten Termin mit.
Was ist eine Privatverordnung, was kostet Behandlung ohne Rezept?
Eine Privatverordnung ist ein ärztliches Rezept, das nicht zulasten der gesetzlichen Krankenkasse ausgestellt wird. Du bekommst sie zum Beispiel, wenn Du privat versichert bist — oder wenn Du gesetzlich versichert bist, aber eine Behandlung wünschst, die über das hinausgeht, was die Kasse trägt. Die Rechnung geht an Dich; Privatversicherte reichen sie bei ihrer Versicherung und gegebenenfalls der Beihilfe ein.
Ganz ohne Rezept ist eine Behandlung ebenfalls möglich, als Selbstzahler. Das ist sinnvoll, wenn Du keine ärztliche Verordnung bekommst oder nicht darauf warten möchtest, wenn Du über die verordneten Einheiten hinaus weitermachen willst, oder wenn es um Training, Prävention und Beratung geht — Bereiche, die die Kasse ohnehin nicht abdeckt.
Die aktuellen Preise für Privatversicherte und Selbstzahlende stehen in der Preisübersicht. Du weißt vor Beginn, was auf Dich zukommt — es gibt keine Überraschungen auf der Rechnung.
Behandlung nach einem Arbeits- oder Wegeunfall
Nach einem Arbeitsunfall oder einem Unfall auf dem Weg zur Arbeit ist nicht die Krankenkasse zuständig, sondern die Berufsgenossenschaft. Der Ablauf unterscheidet sich deshalb.
Erster Weg ist eine durchgangsärztliche Praxis — eine speziell zugelassene unfallchirurgische oder orthopädische Praxis. Sie dokumentiert den Unfall, stellt die Diagnose und steuert die weitere Behandlung. Die Verordnung für Physiotherapie kommt von dort und läuft über die Berufsgenossenschaft.
Für Dich bedeutet das vor allem zweierlei: Es fällt keine Zuzahlung an, und die Behandlung ist in der Regel engmaschiger, weil die Berufsgenossenschaft ein Interesse an schneller Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit hat.
Melde den Unfall unbedingt Deinem Arbeitgeber — ohne die Unfallmeldung fehlt die Grundlage für die Kostenübernahme. Ich rechne mit den Berufsgenossenschaften direkt ab.
Was bringe ich zum ersten Termin mit?
- die Verordnung im Original
- Deine Versichertenkarte
- den Befreiungsausweis, falls vorhanden
- Befunde, die es schon gibt — Arztbriefe, Operationsberichte, MRT- oder Röntgenbefunde. Die Bilder selbst brauche ich nicht, der schriftliche Befund reicht.
- bequeme Kleidung, in der Du Dich bewegen kannst, und sportliche Schuhe, wenn wir am Gerät arbeiten
- ein Handtuch als Unterlage
Wenn etwas davon fehlt, ist das kein Grund, den Termin abzusagen — wir fangen trotzdem an und klären den Rest unterwegs.
Dazu gern den ausgefüllten Anamnesebogen — mehr dazu in der nächsten Frage.
Kann ich den Anamnesebogen schon vorher ausfüllen?
Ja, und das lohnt sich. Beim ersten Termin frage ich Deine Vorgeschichte ab: frühere Verletzungen, Vorerkrankungen, was Du Dir von der Behandlung erhoffst. Das dauert. Wenn Du den Bogen vorher ausfüllst, bleibt mehr Zeit für die Behandlung selbst — und Du kannst in Ruhe überlegen, statt auf der Liege aus dem Stegreif zu antworten.
Ausdrucken und zum Termin mitbringen, oder ausgefüllt vorab schicken — über Doctolib, per E-Mail oder auf WhatsApp.
Kein Muss. Wenn Du keinen Drucker hast oder es vergisst: Wir füllen den Bogen beim Termin gemeinsam aus. Es geht nur um Deine Zeit, nicht um eine Pflicht.
Wie schnell bekomme ich einen Termin? Was gilt bei Absagen?
Das hängt von der Auslastung ab. Für akute Beschwerden versuche ich, in der laufenden oder der Folgewoche etwas zu finden. Am schnellsten siehst Du freie Zeiten über Doctolib — dort sind alle verfügbaren Termine hinterlegt, rund um die Uhr und ohne Anruf.
Ein Hinweis zur Buchung: Ich behandle an zwei Orten. Welcher Standort für Deinen Termin gilt, wählst Du direkt bei der Buchung aus. Schau bitte genau hin, damit Du nicht am falschen Ort stehst.
Absagen sind kein Problem, wenn sie rechtzeitig kommen — bitte spätestens 24 Stunden vorher. Dann kann ich den Platz an jemanden vergeben, der wartet. Termine, die kurzfristig oder gar nicht abgesagt werden, muss ich in Rechnung stellen; die Krankenkasse übernimmt ausgefallene Termine nicht. Wenn Du krank wirst oder etwas dazwischen kommt, melde Dich einfach — wir finden eine Lösung.
Trainingsgrundlagen
Wie oft und wie intensiv sollte ich üben?
Die Frage lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, weil es darauf ankommt, welchen Reiz Du setzen willst. Ausdauer, Kraft und Sehnenbelastbarkeit brauchen jeweils andere Wiederholungszahlen, Pausen und Erholungszeiten. Deshalb arbeite ich mit festen Reizarten:
| Reizart | Wdh. | Satzpause | Sätze | Tempo | Erholung |
|---|---|---|---|---|---|
| Funktionelles Training, allgemein | |||||
| Ausdauer | 16–40 | 30 Sek. | 4–6 | 2:0:1 | 24 h |
| Kraftausdauer | 13–15 | 50 Sek. | 4–6 | 2:0:1 | 48 h |
| Kraft | 8–12 | 60 Sek. | 4–6 | 1:0:1 | 72 h |
| Explosivkraft | 14–16 | 2 Min. | 8–10 | 0,25:0:0,25 | 96 h |
| Funktionelles Training, Sport | |||||
| Rekrutierung | 3–7 | 3 Min. | 4–6 | 1:0:1 | 96 h |
| Schnellkraft | 14–16 | 3 Min. | 8–10 | 0,5:0:0,5 | 96 h |
| Sprung und Wurf | 10 | 3 Min. | 8–10 | — | 96 h |
| Spezifische Rehabilitation | |||||
| Koordination | 8–12 | 2 Min. | 4–6 | 5:0:1 | 48–72 h |
| Sehnentraining | 3–7 | 2 Min. | 4–6 | 8:3:1 | 96–120 h |
| Akut bei Schmerz | 13–15 | 50 Sek. | 4–6 | 3:1:3 | 48–72 h |
| Dehnung | 1–3 | 30 Sek. | — | 1–2 Min. halten | 6–48 h |
Das Tempo liest sich als drei Zahlen in Sekunden: bremsende Bewegung : Pause : beschleunigende Bewegung. 8:3:1 beim Sehnentraining heißt also acht Sekunden nachgeben, drei halten, eine zurück.
Die Erholungszeit in der letzten Spalte sagt, wann die nächste Einheit mit demselben Reiz sinnvoll ist. Bei Kraft sind das rund drei Tage, beim Sehnentraining vier bis fünf. Daraus ergibt sich die Häufigkeit von selbst — meist zwei bis drei Einheiten pro Woche.
Die Reizart selbst wechseln wir alle zwei bis sechs Wochen. Bleibt sie zu lange gleich, flacht die Wirkung ab.
Welche Reizart gerade zu Dir passt, legen wir gemeinsam fest. Den vollständigen Plan mit Dokumentationsbögen bekommst Du in der Praxis.
Wie viel Schmerz ist beim Üben in Ordnung?
Mehr, als die meisten denken. Schmerz ist nicht gleichbedeutend mit Schaden. Gerade bei Sehnenbeschwerden und lang bestehenden Problemen ist eine gewisse Belastung unter Schmerz nicht nur erlaubt, sondern Teil der Behandlung.
Als praktische Orientierung nutze ich eine einfache Regel: Schmerz während der Übung ist in Ordnung, solange er erträglich bleibt — grob bis etwa 4 oder 5 auf einer Skala von 0 bis 10. Entscheidend ist, was danach passiert: Der Schmerz sollte innerhalb weniger Stunden wieder auf das Ausgangsniveau zurückgehen und am nächsten Morgen nicht schlechter sein als vorher.
Warnzeichen sind dagegen: scharfer, stechender Schmerz, ein deutlicher Anstieg über Tage, neue Schwellung, Nachtschmerz oder ein Nachlassen der Beweglichkeit. Dann ist die Dosis zu hoch — oder die Übung passt nicht.
Melde Dich in dem Fall, statt auf eigene Faust weiterzumachen oder ganz aufzuhören. Meistens reicht eine kleine Anpassung.
Für genau diese Phase gibt es eine eigene Reizart: Akut bei Schmerz — 13 bis 15 Wiederholungen in sehr langsamem, gleichmäßigem Tempo (3:1:3). Die Bewegung bleibt erhalten, die Spitzenbelastung fällt weg. Damit kommen wir fast immer weiter, ohne ganz zu pausieren.
Warum hilft Krafttraining bei Schmerzen, statt zu schaden?
Der naheliegende Reflex bei Schmerz ist Schonung. Kurzfristig ist das oft richtig — bei einer frischen Verletzung sind ein paar Tage Entlastung sinnvoll. Auf Dauer kehrt sich der Effekt aber um: Gewebe, das nicht belastet wird, wird schwächer und weniger belastbar. Muskeln verlieren Querschnitt, Sehnen und Knorpel werden schlechter versorgt, und die Schwelle, ab der etwas wehtut, sinkt.
Krafttraining dreht das um. Belastung ist der Reiz, auf den Gewebe mit Anpassung reagiert — Muskeln werden kräftiger, Sehnen steifer und zugfester, Knochen dichter. Gleichzeitig passiert etwas im Nervensystem: Wer erlebt, dass eine Bewegung wieder geht und danach nichts Schlimmes passiert, verliert die Angst davor. Diese Entkopplung von Bewegung und Bedrohung ist oft der eigentliche Wirkmechanismus.
Deshalb ist Training bei mir kein Anhängsel am Ende der Behandlung, sondern der Kern. Die manuellen Techniken schaffen den Spielraum — das Training füllt ihn aus und macht das Ergebnis haltbar.
Wie lange dauert es, bis sich etwas verändert?
Das hängt davon ab, welches Gewebe beteiligt ist. Ein paar grobe Zeiträume helfen, die Erwartung realistisch zu halten:
- Muskel heilt vergleichsweise schnell — je nach Ausmaß Tage bis wenige Wochen.
- Sehnen und Bänder brauchen deutlich länger, oft mehrere Monate, weil sie schlechter durchblutet sind.
- Knochen sind nach etwa sechs bis acht Wochen soweit konsolidiert, die vollständige Umbauphase dauert länger.
- Knorpel hat die geringste Selbstheilungsfähigkeit; hier geht es meist darum, die Umgebung zu stabilisieren.
Davon zu trennen ist die Anpassung durch Training. In den ersten vier bis sechs Wochen kommt der Kraftzuwachs überwiegend aus dem Nervensystem — Du wirst stärker, ohne dass der Muskel sichtbar wächst. Strukturelle Veränderungen brauchen zwölf Wochen und mehr.
Spürbare Erleichterung stellt sich oft viel früher ein als die strukturelle Heilung. Das ist ein gutes Zeichen — aber kein Grund, das Programm abzubrechen.
Wann steigere ich, wann pausiere ich?
Jede Reizart in der Tabelle oben gibt eine Spanne von Wiederholungen vor, keine feste Zahl. Bei der Kraftausdauer steht dort zum Beispiel 13–15: Die 13 ist die untere Grenze, die 15 die obere. Bei Kraft (8–12) sind es entsprechend 8 unten und 12 oben, beim Sehnentraining (3–7) drei und sieben.
Diese beiden Zahlen steuern das Gewicht — und zwar immer nach dem ersten Satz:
- Schaffst Du im ersten Satz mehr Wiederholungen als die obere Grenze, ist das Gewicht zu leicht. Beispiel Kraftausdauer: Du machst 17 Wiederholungen, obere Grenze ist 15 → beim nächsten Mal etwas mehr Gewicht.
- Schaffst Du weniger als die untere Grenze, ist es zu schwer. Beispiel: Du kommst nur auf 11, untere Grenze ist 13 → Gewicht etwas reduzieren.
- Landest Du innerhalb der Spanne, passt das Gewicht. Dann bleibt es, bis Du oben rauswächst.
Dass die Wiederholungszahl innerhalb einer Einheit von Satz zu Satz abnimmt, ist normal und sogar gewollt. Im Idealfall liegst Du im ersten Satz an der oberen Grenze und im letzten durch die Erschöpfung etwas unter der unteren. Bei Kraftausdauer hieße das: erster Satz 15, letzter Satz vielleicht 11 oder 12. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern genau der gewünschte Verlauf.
Zwischen zwei Einheiten entscheidet die Erholungszeit der jeweiligen Reizart. Fühlst Du Dich zum geplanten Termin noch deutlich erschöpft und schaffst weniger als beim letzten Mal, leg lieber einen Tag drauf. Umgekehrt ist es ein gutes Zeichen, wenn eine Wiederholung mehr drin ist als zuletzt.
Zurückgehen solltest Du bei einem deutlichen Anstieg der Beschwerden über mehrere Tage, bei neuer Schwellung, bei Nachtschmerz oder wenn die Technik zusammenbricht. Das heißt fast nie, ganz aufzuhören — meist reicht eine Stufe kleiner für ein paar Einheiten.
Muss ich ins Fitnessstudio oder reicht Training zu Hause?
Zu Hause reicht weiter, als die meisten annehmen. Mit dem eigenen Körpergewicht, ein paar Widerstandsbändern und etwas Fantasie lässt sich fast alles abbilden — vor allem am Anfang, wenn die Belastungen ohnehin niedrig sind.
Grenzen erreicht man bei zwei Dingen: bei schwerem Krafttraining für große Muskelgruppen, wo irgendwann schlicht Gewicht fehlt, und bei feiner Dosierbarkeit. An Geräten lässt sich der Widerstand in kleinen Schritten steuern — das ist in der Rehabilitation oft genau das, worauf es ankommt.
Genau dafür gibt es die gerätegestützte Krankengymnastik: Sie ist ein eigenes Heilmittel und kann ärztlich verordnet werden. Wir arbeiten dann gemeinsam an den Geräten, und Du nimmst das passende Programm für zu Hause mit.
Meine Empfehlung: Fang zu Hause an. Wenn es einen Punkt gibt, an dem mehr Widerstand nötig wird, merken wir das früh genug — und dann sprechen wir darüber.
Behandlung & Ablauf
Wie läuft der Ersttermin ab?
Der erste Termin beginnt mit einem Gespräch. Ich will wissen, was Dich einschränkt, seit wann, was es besser und was es schlechter macht — und vor allem, was Du wieder können möchtest. Dieses Ziel ist der Maßstab für alles Weitere.
Danach folgt die Untersuchung: Beweglichkeit, Kraft, Belastbarkeit, gezielte Tests. Aus Gespräch und Befund ergibt sich ein Bild, das ich Dir erkläre — was ich vermute, worauf ich es stütze und was ich vorschlage. Anschließend behandeln wir schon in dieser ersten Einheit, und Du bekommst in der Regel ein bis zwei Übungen mit nach Hause.
Für den Ersttermin plane etwas mehr Zeit ein als für die folgenden Einheiten — Anamnese und Untersuchung kommen dazu.
Behandlung bedeutet Berührung. Sag mir jederzeit, wenn etwas unangenehm ist oder Du etwas nicht möchtest — ich frage auch selbst nach, merke aber nicht alles. Mehr dazu steht auf der Über-mich-Seite.
Muss eine Behandlung wehtun?
Nein. Der Satz „Es muss wehtun, damit es hilft" ist ein hartnäckiger Mythos. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Schmerzhaftigkeit einer Behandlung und ihrem Nutzen.
Manches ist trotzdem unangenehm. Wenn ich an einer empfindlichen Struktur arbeite oder eine Bewegung an die Grenze führe, kann das kurz ziehen oder drücken. Das ist normal und geht schnell vorbei. Was nicht normal ist: Schmerz, bei dem Du die Luft anhältst oder Dich verspannst. Dann arbeite ich gegen Deinen Körper statt mit ihm, und der Effekt kehrt sich um.
Sag mir bitte während der Behandlung, wenn es zu viel wird. Das ist keine Störung, sondern die nützlichste Rückmeldung, die ich bekommen kann — ich kann fast jede Technik in der Intensität anpassen.
In welchen Sprachen kann ich behandelt werden?
Die Behandlung findet auf Deutsch, Englisch und Türkisch statt. Sag bei der Terminvereinbarung einfach Bescheid, welche Sprache Dir am liebsten ist.
Gerade in der Physiotherapie ist das mehr als eine Höflichkeit. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Erklären: was los ist, warum eine Übung so und nicht anders aussieht, wie viel Belastung in Ordnung ist. Wenn diese Erklärungen in einer Sprache ankommen, in der Du zu Hause bist, funktioniert die Behandlung schlicht besser.
Tedavi Türkçe olarak da mümkündür. Randevu alırken belirtmeniz yeterlidir.
An welchem Standort findet mein Termin statt?
Ich behandle an zwei Orten:
- Gasstraße 2, Haus C in Hamburg, an der Grenze zwischen Ottensen und Bahrenfeld — montags, dienstags und donnerstags.
- Martinistraße 64 auf dem UKE-Gelände in Eppendorf — mittwochs und freitags.
Beide sind Räume der Hansetherapie; ich behandle dort als freiberuflicher Untermieter.
Welcher Standort für Deinen Termin gilt, wählst Du direkt bei der Buchung über Doctolib aus. Bitte schau dort genau hin — die beiden Orte liegen rund sieben Kilometer auseinander.
Die genauen Behandlungszeiten und die Wegbeschreibung zu beiden Standorten findest Du auf der Kontaktseite. Für die Hansetherapie lohnt sich ein Blick vorab: Das UKE-Gelände ist groß und unübersichtlich.
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